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Die acht Sabbate – eine Reise durch den magischen Jahreskreis
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Die acht Sabbate – eine Reise durch den magischen Jahreskreis

Draußen fallen die letzten Blätter. Bald liegt der Garten still, während wir drinnen Kerzen anzünden und näher zusammenrücken. Einige Monate später entdecken wir die ersten grünen Spitzen in der Erde. Wir öffnen die Fenster, begrüßen das Licht und spüren wieder Lust, etwas Neues zu beginnen.

Die Natur verändert sich – und wir verändern uns mit ihr.

Die acht Sabbate laden uns ein, diese Übergänge bewusst wahrzunehmen. Sie geben dem Wachsen, der Lebensfreude, der Ernte und dem Abschied ihren eigenen Platz.

Was sind die acht Sabbate?

Die Sabbate sind Jahreskreisfeste, die vor allem im Wicca und in weiteren modernen heidnischen Traditionen gefeiert werden. Vier orientieren sich an den Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen. Vier weitere liegen dazwischen und werden häufig zu Anfang Februar, Mai, August und November beziehungsweise am jeweiligen Vorabend begangen.

Der heute verbreitete achtteilige Jahreskreis entstand im 20. Jahrhundert. Er verbindet ältere Festtraditionen mit neueren spirituellen Deutungen. Seine Gestaltung unterscheidet sich je nach Gemeinschaft und persönlichem Weg.

Die folgenden Zeitangaben beziehen sich auf die Nordhalbkugel. Die genauen Termine der Sonnenfeste verschieben sich von Jahr zu Jahr etwas.

Yule – die Rückkehr des Lichtes

Zur Wintersonnenwende, meist am 21. oder 22. Dezember

Die längste Nacht ist da. Die Landschaft ruht, und selbst vertraute Wege wirken im Winterlicht verändert. Mit Yule beginnt im Jahreskreis die langsame Rückkehr der helleren Tage.

Eine Kerze am Fenster kann diesen Moment begleiten. Vielleicht sitzt du eine Weile bei ihrem Licht und denkst daran, was dir in schwierigen Zeiten Wärme schenkt.

Welche Hoffnung möchtest du durch den Winter tragen?

Imbolc – das erste leise Erwachen

Am 1. Februar, häufig schon am Vorabend gefeiert

Noch liegt Kälte über dem Land. Doch hier und da kündigt sich Veränderung an: eine Knospe, ein Vogelruf, ein Morgen, der ein wenig heller beginnt.

Imbolc lässt sich als Fest der Vorbereitung und der frischen Möglichkeiten gestalten. Räume einen kleinen Platz frei, öffne das Fenster und schreibe auf, welchem Vorhaben du in den kommenden Wochen Aufmerksamkeit schenken möchtest.

Es muss noch nicht alles fertig sein. Auch eine zaghafte Idee darf wachsen.

Ostara – dem Neubeginn entgegen

Zur Frühlings-Tagundnachtgleiche, meist um den 20. März

Licht und Dunkelheit halten sich ungefähr die Waage. Die Erde wird lebendiger, und mit jedem milden Tag zieht es uns stärker nach draußen.

Im modernen Jahreskreis steht Ostara häufig für Aufbruch, Wachstum und neue Möglichkeiten. Pflanze einen Samen und begleite ihn in den nächsten Wochen. Gieße ihn, suche ihm einen guten Platz und beobachte die Veränderungen.

Was möchtest du in deinem eigenen Leben pflegen, damit es wachsen kann?

Beltane – das Leben umarmen

In der Nacht zum 1. Mai und am 1. Mai

Blüten öffnen sich. Die Luft wird weicher. Plötzlich möchten wir länger draußen bleiben, lachen, tanzen und die Nähe anderer Menschen genießen.

Beltane wird heute oft mit Liebe, Sinnlichkeit und Lebensfreude verbunden. Du kannst diesen Tag mit Blumen, Musik oder einem liebevoll vorbereiteten Essen feiern.

Vielleicht nimmst du einen Menschen in den Arm und sagst ihm etwas, das im Alltag zu selten ausgesprochen wird. Vielleicht schenkst du dir selbst einen schönen Abend.

Litha – die Fülle des Sommers

Zur Sommersonnenwende, meist am 20. oder 21. Juni

Die Tage sind lang. Noch spät am Abend liegt Licht über den Feldern, und für eine Weile scheint der Sommer endlos.

Litha lädt dazu ein, diese Fülle wahrzunehmen. Geh hinaus, suche dir einen schönen Platz und bleibe einen Moment dort. Was ist in deinem Leben gerade gewachsen? Worüber kannst du dich freuen?

Du darfst das Gute genießen, ohne sofort an die nächste Aufgabe zu denken.

Lughnasadh – die erste Ernte

Am 1. August, häufig schon am Vorabend gefeiert; im Jahreskreis oft neben Lammas genannt

Die ersten Ernten werden eingebracht. Was einst ausgesät und gepflegt wurde, trägt nun Früchte.

Dieses Fest bietet einen Anlass, die eigene Arbeit zu würdigen. Vielleicht hast du etwas gelernt, eine schwierige Zeit bewältigt oder einen lange aufgeschobenen Schritt gewagt.

Teile Brot mit einem lieben Menschen oder bereite dir selbst eine bewusste Mahlzeit zu. Denk dabei auch an diejenigen, die dich unterstützt haben.

Was darfst du heute mit Stolz betrachten?

Mabon – danken und leichter werden

Zur Herbst-Tagundnachtgleiche, meist am 22. oder 23. September

Die Abende werden kühler. Auf den Wegen sammeln sich Blätter, und das Licht bekommt diesen warmen, goldenen Ton.

Mabon wird im modernen Jahreskreis häufig als Ernte- und Dankfest gestaltet. Es ist eine Gelegenheit, auf die vergangenen Monate zurückzublicken: Was hat dich genährt? Was hat mehr Kraft gekostet, als du geben konntest?

Schreibe etwas auf, für das du dankbar bist. Daneben darf stehen, was du künftig anders machen möchtest.

Samhain – erinnern und Abschied nehmen

Am Abend des 31. Oktober und am 1. November

Die dunklere Jahreszeit beginnt. Das Leben zieht sich stärker nach innen zurück. Erinnerungen werden wach, und manche Menschen fehlen uns in dieser Zeit besonders.

Samhain bietet im heutigen spirituellen Jahreskreis Raum für das Gedenken an Verstorbene und für die Beschäftigung mit Abschieden. Manche Traditionen beschreiben diese Zeit symbolisch als besonders durchlässige Grenze zwischen den Welten.

Du kannst ein Foto aufstellen, eine Kerze anzünden oder ein Lieblingsgericht eines verstorbenen Menschen zubereiten. Erzähle eine Geschichte von ihm. Sprich seinen Namen aus.

Erinnerung darf traurig sein und zugleich voller Liebe.

Deinen eigenen Jahreskreis gestalten

Du brauchst keinen aufwendig geschmückten Altar, um diese Feste persönlich zu begehen. Ein Spaziergang, ein paar Blumen, ein gemeinsames Essen oder einige Zeilen im Tagebuch können genügen.

Die kleinen Anregungen in diesem Beitrag sind Vorschläge für deine eigene Gestaltung. Du darfst sie verändern und entdecken, was zu dir passt.

Wenn du Kerzen verwendest, stelle sie sicher auf und lasse sie nicht unbeaufsichtigt.

Vielleicht bemerkst du mit der Zeit, dass du genauer hinsiehst: auf die Knospen vor deinem Fenster, das erste reife Obst, den Nebel über einer Wiese. Und auch darauf, was du selbst gerade brauchst.

Welches der acht Feste spricht dich am meisten an?

Dein Schwarzerteufel Emanuel 🖤

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